„Geisterbilder“, „Bildrückstände“, „Eingebrannte Displays“: Wie Sie sie erkennen und was Sie dagegen tun können

Von Jens am 29. Mai 2020 

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Eingebrannte Displays – Was ist das?

Eingebrannte Displays – Erkennen und Bewerten

Eingebrannte Displays – Ursachen

Eingebrannte Displays – Was kann man dagegen tun?

 

Ein Smartphone mit erkennbaren Bildrückständen

 

Bildrückstände – ein häufiges Display-Problem

Handy-Displays haben sich im Laufe der Zeit stark weiterentwickelt. Aus den
ehemals monochromen, verpixelten Anzeigen im Briefmarkenformat sind
ultrahochauflösende, leuchtstarke Panele mit Multi-Touch-Funktion geworden.
Komplett unanfällig für Fehler sind sie dadurch aber leider nicht geworden. Ein
häufiges Problem mit Displays verschiedener Hersteller sind sogenannte
„Bildrückstände“, auch als „eingebrannte Displays“ oder „Geisterbilder“ bezeichnet.

Besonders häufig sind hiervon die sogenannten OLED- und AMOLED-Displays betroffen. Diese Displays sind in vielen hochwertigen Samsung-Smartphones, aber auch andere Hersteller wie Huawei verbauen diese Art Display, da sie sehr gute Kontrastwerte bieten. Allerdings können auch LCD-Displays, die oftmals in günstigeren Smartphones verbaut werden, Bildrückstände entwickeln. Wie sie diese erkennen können, wie sie entstehen und was Sie dagegen tun können, erklären Ihnen die folgenden Abschnitte.

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Eingebrannte Displays – Was ist das?

 

Bei genauem Hinsehen lassen sich hier ein Kamera- und ein Telefonhörersymbol erkennen, obwohl das Bild eigentlich weiss sein sollte.

 

Bildrückstände hat ein Display dann, wenn in einem oder mehreren Bereichen
eines Displays permanent Bildinhalte durchschimmern, die dort eigentlich nicht
dauerhaft angezeigt werden sollten. Meistens handelt es sich um häufig
dargestellte Inhalte
wie Navigationsleisten, die Tastatur, Logos von Apps
oder Webseiten. Ein Beispiel: Sie wechseln auf Ihrem Handy von einer oft
genutzten App in eine andere App. Trotzdem verschwindet das Menü der ersten App
nicht komplett, bestimmte Bildelemente wie Buttons oder Logos
„überlagern“
das Menü der zweiten App.

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Eingebrannte Displays erkennen und bewerten

Bildrückstände stellen für den nächsten Nutzer Ihres Smartphones eine Störung dar und werden mit der Zeit meistens noch ausgeprägter. Deshalb haben sie einen großen Effekt auf den Wiederverkaufswert Ihres Geräts. Deshalb können wir als Händler auf solche Geräte keine Gewährleistung geben und müssen Sie daher als defekt bewerten. Bitte überprüfen Sie Ihr Smartphone vor dem Verkauf daher genau auf Bildrückstände. Das geht am besten wie folgt:

1. Begeben Sie sich in einen dunklen Raum, in dem das Display gut zu
erkennen ist.

2. Stellen Sie das Display auf die höchste Helligkeitsstufe ein.

3. Rufen Sie ein weißes Bild auf. Am einfachsten geht das, indem Sie
auf whitedisplay.com gehen und die Seite als Vollbild anzeigen.

4. Prüfen Sie, ob sich sichtbare Muster wie Balken, Apps, Logos, Menüleisten, die Bildschirmtastatur oder ähnliches erkennen lassen.

5. Bewerten Sie Ihr Handy in unserem Ankaufprozess entsprechend unserer drei Kategorien:

„Nein“ wählen Sie aus, wenn sich keine Bildrückstände erkennen lassen.

– Als „Ja, im Betrieb sichtbar“ bewerten Sie Ihr Display dann,
wenn sich zwar leichte Bildrückstände in das Display eingebrannt haben. Einzelne Balken, Apps oder die Bildschirmtastatur sind aber nur leicht sichtbar und stören nicht bei der Benutzung.

– Als „Ja, stören bei Benutzung“ bewerten Sie Ihr Display dann, wenn sich starke Bildrückstände in das Display eingebrannt haben, die andere Inhalte störend überdecken und schwer lesbar machen. Ein Beispiel für ein stark eingebranntes
Display bietet folgendes Bild:

Hier ist die untere Navigationsleiste deutlich zu erkennen, obwohl eigentlich nur die beiden grauen Buttons auf weißem Hintergrund angezeigt werden sollten.

 

Tipp: Bei dieser Gelegenheit können Sie das Display auch auf andere Fehler wie
Pixelfehler, Lichthöfe oder Farbstiche untersuchen. Diese haben wir in unserem
Blogartikel Die häufigsten Smartphone-Defekte noch einmal genauer dargestellt.

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Eingebrannte Displays – Ursachen

Zu Bildrückständen kommt es vor allem dann, wenn ein Display zu lange auf
einer hohen Helligkeitsstufe
betrieben wird. Anders, als es der Name vermuten lässt, haben Display-Einbrennungen aber nur wenig mit Hitze zu tun. Stattdessen hat dies mit dem Alterungsprozess des Displays zu tun. Alle Displays verändern mit der Zeit kaum merklich ihre Fähigkeit zur Farbwiedergabe und werden etwas dunkler – insbesondere, wenn sie auf einer hohen Helligkeitsstufe betrieben werden.

Normalerweise verläuft dieser Prozess gleichmäßig, sodass er nicht auffällt. Wird jedoch ein Teil des Displays sehr einseitig beansprucht, altern insbesondere die blauen, aber auch die roten und grünen Komponenten der Pixel stärker als in anderen Displaybereichen. Die Pixel passen sich mit der Alterung also an die häufig dargestellten Inhalte an, sodass diese Pixel neue Inhalte farblich anders darstellen als im übrigen Bereich des Displays. Der Effekt ist, dass manche statische Bildelemente scheinbar ständig angezeigt werden.

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Eingebrannte Displays – Was kann man dagegen tun?

Auch hier gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Achten Sie darauf, Ihr
Handy möglichst nicht dauerhaft auf höchster Helligkeitsstufe zu betreiben. So
sinkt die Gefahr von Bildrückständen stark.

Wenn sich bereits Bildinhalte eingebrannt haben, sollten Sie zunächst
überprüfen, ob Ihr Handy noch eine Garantie hat, sodass der Hersteller das
Display austauscht
. Es gibt auch Apps, die versprechen,
Bildrückstände beheben zu können. Die Erfolgsraten mit diesen Apps fallen jedoch
eher gering aus, wir können diese deshalb nicht empfehlen – im schlechtesten
Falle verschlimmern diese Apps die Bildrückstände noch. Der zugrundeliegende Alterungsprozess des Displays lässt sich so nämlich nicht rückgängig machen.

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