Was steckt eigentlich in einem Smartphone?
Du hältst es täglich in der Hand, steckst es in die Hosentasche und hältst damit Kontakt zu den Menschen, die dir wichtig sind. Aber hast du dich schon einmal gefragt, was eigentlich darin steckt? Ein modernes Smartphone gehört zu den komplexesten Alltagsgeräten überhaupt. Es besteht aus mehreren hundert Einzelteilen und enthält rund 60 verschiedene Stoffe, darunter etwa 30 chemische Elemente.
Hinter jedem Gerät steckt außerdem eine lange Reise rund um die Welt und ein hoher Aufwand an Rohstoffen, Energie und Know-how.
Ein Gerät, viele Rohstoffe
Ein Smartphone enthält bekannte Materialien wie Aluminium, Kupfer, Glas und Kunststoff. Daneben stecken aber auch zahlreiche seltene und wertvolle Rohstoffe im Inneren, die für viele Funktionen unverzichtbar sind.
Gold findet sich in Leiterbahnen und Kontakten. Es leitet Strom besonders zuverlässig und korrodiert kaum. Pro Smartphone sind rund 30 Milligramm verbaut, bei Milliarden produzierten Geräten weltweit summiert sich das zu erheblichen Mengen.
Kobalt ist ein wichtiger Bestandteil moderner Lithium-Ionen-Akkus. Rund 74 Prozent des weltweit geförderten Kobalts stammen aus der Demokratischen Republik Kongo. Dort gibt es sowohl industrielle Minen als auch handwerklichen Bergbau, der teilweise unter schwierigen Arbeitsbedingungen stattfindet.
Seltene Erden wie Neodym, Dysprosium oder Terbium stecken unter anderem in Lautsprechern, Vibrationsmotoren und Kameramodulen. Der Name ist etwas irreführend: Die Elemente sind nicht unbedingt selten, ihre Gewinnung und Verarbeitung ist jedoch aufwendig und kann die Umwelt stark belasten.
Indium sorgt dafür, dass der Touchscreen auf Berührungen reagieren kann. Es ist ein Nebenprodukt des Zinkabbaus und nur begrenzt verfügbar.
Lithium macht moderne Akkus leicht und leistungsfähig. Ein Teil des Lithiums stammt aus Salzseen in Südamerika, der größere Teil inzwischen aus Hartgestein, vor allem aus Australien. Die Sole-Förderung benötigt viel Wasser und steht in trockenen Regionen in der Kritik.
Wie ein Smartphone entsteht
Bis ein Smartphone fertig produziert ist, legt es oft eine erstaunliche Strecke zurück. Rohstoffe werden weltweit abgebaut, anschließend verarbeitet und zu einzelnen Bauteilen weiterentwickelt. Prozessoren stammen häufig aus Taiwan oder Südkorea, Kameramodule aus Japan, Akkus aus China und viele weitere Komponenten aus zahlreichen anderen Ländern.
Bevor ein Smartphone schließlich in deinen Händen landet, hat es bereits eine globale Lieferkette durchlaufen, mit entsprechendem Energieverbrauch und Transportaufwand.
Warum die Herstellung den größten Einfluss hat
Die Herstellung eines neuen Smartphones verursacht, je nach Modell rund 50 bis 90 Kilogramm CO₂-Äquivalente. Apple weist für das iPhone 16 etwa 56 Kilogramm aus, für größere Pro-Modelle bis zu 80 bis 90 Kilogramm. Der größte Teil dieser Emissionen, rund 80 Prozent entsteht bereits vor dem ersten Einschalten: bei der Rohstoffgewinnung, der Produktion der Bauteile und dem weltweiten Transport.
Das bedeutet: Der größte Hebel für mehr Nachhaltigkeit ist eine möglichst lange Nutzung. Wer sein Smartphone einige Jahre länger verwendet oder sich für ein refurbished Gerät entscheidet, spart den Aufwand ein, der bei der Herstellung eines neuen Geräts entstehen würde.
Warum Recycling allein nicht reicht
Alte Smartphones enthalten viele wertvolle Rohstoffe. Gold, Kupfer oder seltene Erden lassen sich grundsätzlich zurückgewinnen. In der Praxis ist das jedoch aufwendig und nicht alle Materialien können vollständig recycelt werden.
Deshalb gilt: Recycling ist wichtig, ersetzt aber nicht die möglichst lange Nutzung eines Smartphones. Das nachhaltigste Gerät ist oft das, das bereits produziert wurde und noch viele Jahre zuverlässig genutzt werden kann.
Was passiert mit alten Smartphones?
Im Jahr 2022 entstanden weltweit 62 Millionen Tonnen Elektroschrott, dokumentiert recycelt wurden davon nur 22,3 Prozent. Bis 2030 wird die Menge auf rund 82 Millionen Tonnen geschätzt. Smartphones machen davon zwar nur einen kleinen Teil nach Gewicht aus, enthalten aber besonders viele wertvolle Rohstoffe auf engem Raum.
Wer ein altes Smartphone ungenutzt in der Schublade liegen lässt oder falsch entsorgt, entzieht diese Materialien dem Kreislauf. Werden Geräte dagegen weitergenutzt oder fachgerecht recycelt, können wertvolle Ressourcen länger erhalten bleiben.
Was Clevertronic damit zu tun hat
Jedes Smartphone, das bei Clevertronic professionell aufbereitet und weiterverkauft wird, verlängert den Lebenszyklus eines bereits produzierten Geräts. Die Rohstoffe wurden bereits gewonnen, die Herstellung hat bereits stattgefunden. Durch Refurbishment kann ein Smartphone oft noch viele weitere Jahre zuverlässig genutzt werden.
Up to date, nicht up to waste.
Dein Clevertronic-Team aus Münster