Wasserschaden beim Smartphone

Von Annie Brieg am 30. August 2021 

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Was man nicht tun sollte

Stromzufuhr unterbrechen

Mit Süßwasser abspülen

Vorsichtig trocknen

Mythos Reis

Expertenhilfe – sofort oder später?

Garantie und Versicherung

 

Wenn das Handy nass wird

Es passiert schneller, als man denkt – man ist nur einen Moment unaufmerksam, und schon fällt das geliebte Smartphone aus der Hand in eine Pfütze, den Pool, die Badewanne, einen See, das Meer, oder gar die Toilette. Auch von umgestoßenen Gläsern geht eine ständige Gefahr aus. Doch wie handelt man, wenn das Handy Bekannschaft mit Flüssigkeiten macht? Wir klären auf!

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Was man nicht tun sollte

Zunächst einmal kümmern wir uns um gutgemeinte Lösungsansätze, die man besser unterlässt. Denn so vorzugehen verursacht im Zweifel noch größere Schäden und könnte teilweise sogar dem Handyretter gefährlich werden:

Starke Hitze

Versuchen Sie keinesfalls, Ihr Smartphone mittels großer Hitze zu trocknen. Heizung, Fön und Trocknen im direkten Sonnenlicht können das Innenleben des Gerätes nur weiter schädigen. Auch Backofen und Mikrowelle sind absolut verboten, da sich die Chemikalien im Akku leicht entzünden und explodieren können – auch ein Großbrand kann die Folge sein.

Schütteln

Wenn Sie Ihr Smartphone schütteln, um die Flüssigkeit herauszubekommen, bewirkt dies nur das Gegenteil: Sie verteilt sich noch weiter im Inneren des Handys. Vom Versuch, die Feuchtigkeit mittels Staubsauger herauszusaugen, ist ebenfalls abzuraten.

Einschalten

Sollte Ihr Smartphone während des Unfalls ausgeschaltet gewesen sein, schalten Sie es unter keinen Umständen ein. Schließen Sie es auch nicht an ein Ladegerät an – es besteht Kurzschlussgefahr!

Mythos Reis

Leider herrscht der weitverbreitete Irrglaube, dass man nass gewordene Smartphones in trockenen Reis legen und luftdicht verpacken soll. Wie lange? Die Geister scheiden sich hier, mal wird eine Nacht empfohlen, mal 24 Stunden, mal sogar zwei Tage. Die Reiskörner würden sämtliche im Gerät vorhandene Flüssigkeit aufsaugen, sodass es danach wieder funktionsfähig ist.

Wird die Funktionsfähigkeit wieder hergestellt, hält sie meistens nicht lange an. Aufgrund der luftdichten Verpackung kann die aus dem Smartphone gezogene Flüssigkeit nicht verdunsten, sodass das Gerät noch länger in der Nässe verweilt.

Je länger ein nasses Smartphone in Reis eingelegt wird, desto mehr Zeit haben Korrosionsschäden, sich durch die Elektronik zu fressen. Lösen sich die beschädigten Bestandteile verspätet von der Platine, ist das durch Reis „gerettete“ Handy plötzlich ein Totalschaden.

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Was funktioniert

Nicht in jedem Fall kann ein Wasserschaden noch behoben werden. Doch es gibt einige Sofort-Hilfen, mit denen Sie mit ein bisschen Glück und Geschick das wertvolle Handy doch noch vor einem Totalschaden durch Wasser bewahren können:

Stromzufuhr unterbrechen

Schalten Sie Ihr Smartphone so schnell es geht aus. Sollte es mit einem Ladegerät verbunden gewesen sein, entfernen Sie dies zuerst. Sobald Sie sichergestellt haben, dass das Gerät nicht mehr mit Strom versorgt wird, montieren Sie alle entfernbaren Bestandteile ab.

Dazu gehören angebrachte Schutzhüllen, die SIM-Karte, zusätzliche Speicherkarten, abnehmbare Gehäuseteile und vor allem der Akku. Sofern er nicht fest verbaut ist, sollte er so zügig wie möglich aus dem Smartphone herausgenommen werden.

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Mit Süßwasser abspülen

Abhängig davon, mit welcher Flüssigkeit Ihr Smartphone in Kontakt gekommen ist, bietet es sich an, das ausgeschaltete Gerät ohne Akku nun kurz mit klarem Süßwasser oder destilliertem Wasser abzuspülen.

Handelte es sich um Alkohol, klebrige Flüssigkeiten, gechlortes oder salzhaltiges Wasser, ist diese schnelle Reinigung ratsam. Vor allem Meerwasser kann massive Korrosionsschäden hervorrufen, wenn die Salzkristalle längerfristig auf der Elektronik haften. Auch Smartphones, die durch einen Sturz in eine Pfütze dreckig geworden sind, sollten abgespült werden.

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Vorsichtig trocknen

Nehmen Sie ein Stück Küchenrolle und tupfen Sie vorsichtig das Smartphone an allen erreichbaren Stellen ab. Zum Trocknen schwer zugänglicher Ecken können Sie ein Wattestäbchen verwenden, allerdings sollte hier ebenfalls weder fest gewischt noch gebohrt, sondern nur sanft getupft werden. Vom Gebrauch von Toilettenpapier ist hier abzuraten, da es schnell fusselt.

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Expertenhilfe – sofort oder später?

Hat ihr Smartphone einen kompletten Tauchgang oder ein wahres Vollbad in verschütteter Flüssigkeit hinter sich, raten wir Ihnen dazu, sich nach den oben geschilderten „Erste-Hilfe-Maßnahmen“ umgehend an einen Experten zu wenden. In den meisten Fällen sind die ersten sechs Stunden nach dem Unfall das kritische Zeitfenster, in dem der Schaden noch begrenzt werden kann. Ist der Zeitraum zwischen Wasserschaden und Reparatur größer, lohnt sich diese Investition für gewöhnlich nicht mehr.

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Garantie und Versicherung

Prinzipiell schließt die Herstellergarantie Wasserschäden beim Smartphone nicht mit ein. Auch die Haftpflichtversicherung deckt die entstehenden Kosten nicht ab, da diese Art von Schaden für gewöhnlich als Eigenverschulden oder Fahrlässigkeit eingeordnet wird.

Möchte man also auf Nummer Sicher gehen, weil man beispielsweise in ein besonders kostspieliges Modell investiert hat, sollte man eine spezielle Handy-Versicherung abschließen, die Wasserschäden übernimmt.

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Quellen:

https://www.klarmobil.de/mic/tipps/handy-ins-wasser-gefallen

https://www.port29.net/blog/handy-ins-wasser-gefallen.html

https://praxistipps.chip.de/handy-ins-wasser-gefallen-so-klappt-die-rettung_32813

https://www.smartmobil.de/magazin/smartphone-wasserschaden

https://www.t-online.de/digital/smartphone/id_70458728/so-koennen-sie-ihr-smartphone-bei-wasserschaden-retten.html#:~:text=Salzwasser%20kann%20Korrosionssch%C3%A4den%20an%20Metallen,dreckiges%20Wasser%20stark%20verschmutzt%20ist.

https://www.vodafone.de/featured/service-hilfe/smartphone-ins-wasser-gefallen-was-tun/#/

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