Nachhaltigkeit: Wie der Gebrauchtkauf von Handys dem Klima hilft

Von Jens am 01. Juli 2020 

Fazit: Gebrauchte Handys und das Klima

Nachhaltigkeit und Handys – geht das überhaupt zusammen?

Eingesparte Ressourcen bei gebrauchten Handys

Gebrauchte Handys leben länger

 

Nachhaltigkeit und Handys – geht das überhaupt zusammen?

Klimawandel, Umweltverschmutzung, Ressourcenverschwendung: In den vergangenen Jahren ist das öffentliche Bewusstsein für die problematischen Seiten des Konsums stark gestiegen. Die Debatte betrifft sehr viele Branchen, beispielsweise Unternehmen im Umfeld von Tourismus und Mobilität oder die Lebensmittelindustrie. Aber auch die Elektronikbranche bleibt von harten Diskussionen und Kritik nicht verschont.

Deshalb hat Clevertronic ein Geschäftsmodell entwickelt, das in möglichst vielen Bereichen auf das Konzept der Nachhaltigkeit setzt. Im folgenden Artikel erläutern wir Ihnen, wie Clevertronic mit dem Verkauf gebrauchter und generalüberholter Handys und anderer Elektronikgeräte ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit und gegen den Klimawandel setzt.

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Eingesparte Ressourcen bei gebrauchten Handys

Es ist beim Thema nachhaltige Elektronik leicht, in eine gefährliche Denkfalle zu tappen: „Meine Entscheidung für ein gebrauchtes Handy macht sowieso keinen Unterschied“ oder „Das ist doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein“. Tatsächlich aber können Sie mit dem konsequenten Kauf gebrauchter Handys oder anderer gebrauchter Geräte auf Clevertronic effektiv den Verbrauch natürlicher Ressourcen vermindern.

Einer der Gründe, warum viele Menschen ihre Kaufentscheidung für irrelevant halten, ist sicherlich, dass Elektronik inzwischen nicht mehr groß ist. Smartphones passen in die Hosentasche, Kopfhörer sind wenige Zentimeter groß, Smartwatches passen ans Handgelenk. Selbst Fernseher und Computer sind im Vergleich zu ihren klobigen Vorgängern deutlich flacher geworden. Leider bedeutet das aber nicht, dass dadurch in der Produktion von Elektronikgeräten weniger Rohstoffe anfallen würden.

Denn während die einzelnen Geräte kleiner geworden sind, gibt es heute viel mehr Gerätekategorien – und jeder einzelne Nutzer besitzt mehr davon. Früher teilte sich eine Familie zumeist ein Telefon, einen Fernseher, einen PC und häufig auch eine Stereoanlage. Heute hat fast jeder sein eigenes Smartphone, mehrere Kopfhörer, einen Laptop und oft auch einen Fernseher und eine Spielekonsole.

 

Viel Metall…

Auch dadurch ist der Elektronikmarkt stark angewachsen. Somit braucht die Elektronikbranche immer mehr Ressourcen für die Produktion neuer Geräte. Die wohl bekannteste problematische Komponente, die in fast allen Elektronikgeräten eingesetzt wird, sind die sogenannten „seltenen Erden“. Anders, als es der Name vermuten lässt, handelt es sich dabei aber chemisch um Metalle. Zu dieser Gruppe zählt beispielsweise Neodym. Aber auch andere seltene und wertvolle Metalle wie Platin, Kobalt oder Wolfram sind unerlässlich für die Elektronikproduktion. Denn diese Metalle haben ganz bestimmte Strom-Leit-Eigenschaften, mit denen sie die hohe Leistung von Bauteilen wie mobilen Prozessoren, Display oder Mikrofonen erst möglich machen.

Das Problem dabei: An diese seltenen Metalle ist sehr schwer heranzukommen. Nicht nur liegen Sie oft in großer Tiefe unter der Erde. Oft liegen die Vorkommen auch in konfliktreichen Erdregionen. Somit müssen Sie unter großem Energieaufwand tief aus der Erde gefördert werden. Dabei fallen nicht nur große Mengen von klimaschädlichen CO²-Emissionen an. Auch wird die Natur vor Ort stark beschädigt und mit Chemikalien belastet. Zudem werden soziale Standards bei der Förderung oft nicht eingehalten.

 

…und viel Kunststoff

Aber auch andere Rohstoffe in Handys sind nicht unproblematisch. So kommen viele verschiedene Kunststoffe und Kleber zum Einsatz. Das gilt nicht nur für Geräte, deren Gehäuse aus Plastik besteht: Prozessoren, Chips und Leiterbahnen sind oft auf Kunststoff-Platinen aufgebracht. Gelangt dieses Plastik in die Umwelt, baut sich dieses nur sehr langsam ab und bedroht Tierwelt und Pflanzen gleichermaßen, wie wir es in unserem Blogartikel zu unserer Kooperationen mit The Honu Movement dargelegt haben.

 

Globale Lieferketten

Zudem werden diese Rohstoffe oft einmal um die halbe Welt transportiert, bevor sie überhaupt erst zu einem Gerät zusammengesetzt werden, bevor diese wiederum zum Verkauf in die ganze Welt verschickt werden. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch in Ihrem Smartphone Rohstoffe aus Afrika, Amerika und Südostasien stecken, die erst in China weiterverarbeitet und danach nach Europa verschickt wurden.

 

Ihr Einfluss

Diese Rohstoffe finden sich natürlich auch in gebrauchten Handys. Dennoch setzen Sie mit dem Kauf eines gebrauchten Geräts einen ganz anderen wirtschaftlichen Impuls. Denn das Geld geht in diesem Fall nicht an den Hersteller, der es in die Förderung weiterer problematischer Rohstoffe und die Produktion eines weiteren neuen Handys reinvestieren würden. Stattdessen geht es über Clevertronic als Vermittler indirekt an eine andere Privatperson, die sich von dem Geld selber ein gebrauchtes Handy kaufen kann – oder etwas ganz anderes.

Nicht außer Acht zu lassen sind zudem die verkürzten Transportwege. Während in einem neuen Handy ein erheblicher logistischer Aufwand steckt, der aus verschiedenen Schiffs-, LKW- und auch Flugtransporten besteht, befindet sich Ihr gebrauchtes Handy von Clevertronic.de signifikant näher an Ihrem Wohnort. Zwischen einer Lieferung aus unserem Lager in Münster und einer Lieferung, die im Prinzip direkt aus Fernost kommt, besteht ein deutlicher Unterschied beim CO²-Ausstoß.

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Gebrauchte Handys leben länger

Neben Ressourcen- und Energieaufwand in der Produktion ist die tatsächliche Produktlebensdauer der entscheidende Faktor, der die Umweltfreundlichkeit von Elektronik beeinflusst. Diese wird allerdings gerne außer Acht gelassen. Zu sehr haben sich Hersteller wie Konsumenten daran gewöhnt, dass in immer kürzeren Abständen neue und modernere Modelle erscheinen, die ältere Modelle ersetzen.

So verkürzt sich die Nutzungsspanne von Elektronikgeräten signifikant. Wurden Handys noch vor zehn oder fünfzehn Jahren mehrere Jahre lang benutzt, ist die durchschnittliche Nutzungsdauer neuer Smartphones heute auf ein bis zwei Jahre gesunken. Danach werden sie von ihren Besitzern durch ein neueres Modell mit anderen Features ersetzt. Das „alte“ Gerät landet nicht selten in der Schublade oder auf dem Elektromüll. Und das, obwohl die meisten Smartphones auch nach zwei Jahren technisch nach wie vor komplett funktionsfähig sind. Selbst der Akku, das Bauteil mit dem größten Verschleiß, hat danach immer noch genügend Kapazität für eine problemlose Nutzung im Alltag.

 

Recycling ist schwer

Die kurze Nutzungsdauer wäre kein Problem, könnte ein Handy zu 100% recycelt werden und die Bauteile oder Rohstoffe direkt für ein neues Handy wiederverwendet werden. Faktisch ist das Recycling komplexer Elektronik jedoch sehr schwierig. Die winzigen Bauteile sind oft so dicht miteinander verklebt und verschraubt, dass sie beim Auseinanderbauen kaputtgehen würden. Auch die Rohstoffe lassen sich deshalb nur schwer trennen: auf einer winzigen Platine sind mehrere Dutzend Sorten Metalle und Kunststoffe in winzigen Mengen verbaut, die fein säuberlich getrennt werden müssten. So, wie die meisten Smartphones und Elektronikgeräte aktuell designt und aufgebaut sind, ist ein effizientes und wirtschaftlich lohnenswertes Recycling kaum möglich. Stattdessen landet dieser Elektroschrott oft auf Müllkippen in Entwicklungsländern, wo die enthaltenen Rohstoffe nicht selten ein zweites Mal die Umwelt und die dort lebenden Menschen schädigen.

Auf diesem Wege gehen durch die sehr kurzen Produktlebenszyklen und schlechte Recyclebarkeit wertvolle Ressourcen verloren, die an anderer Stelle aufwändig wieder aus der Erde geholt, weiter transportiert und verarbeitet werden müssen.

 

Länger benutzen, die Umwelt schonen

Unsere Empfehlung: Verlängern Sie die Lebensdauer Ihrer Elektronik so lange wie möglich. Kaufen Sie sie gebraucht, behalten Sie sie so lange wie möglich und verkaufen Sie sie, wenn Sie sie nicht mehr benutzen. Aber auch der Kauf eines neuen Geräts ist vertretbar, wenn Sie dieses so lange benutzen, wie es Ihren Ansprüchen genügt, und es dann auf Clevertronic weiterverkaufen. Dann können wir es an einen neuen Besitzer vermitteln, der es dann noch eine ganze Weile weiterbenutzen kann. Das stellen wir auch sicher, indem wir alle angekauften Geräte generalüberholen, sie technisch genau überprüfen und reinigen.

Sie können natürlich auch selbst einiges für eine lange Lebensdauer tun, indem Sie Ihr Handy oder Ihr Gerät möglichst pfleglich behandeln. Stecken Sie es am besten in eine Schutzhülle und kleben Sie eine Displayschutzfolie auf. Achten Sie darauf, dass es möglichst wenig mit Staub oder gar Flüssigkeiten in Kontakt kommt – auch bei wasser- und staubgeschützten Geräten. Dann kann Clevertronic Ihnen auch einen höheren Ankaufspreis für Ihr gebrauchtes Gerät zahlen.

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Fazit: Gebrauchte Handys und das Klima

Wie dieser Artikel gezeigt hat, verringern Sie mit dem Kauf gebrauchter Handys und anderer Elektronik Ihren ökologischen Fußabdruck auf zwei Weisen. Erstens geben Sie Ihr Geld nicht direkt an einen Elektronikhersteller, der damit in die Förderung weiterer Rohstoffe für die Produktion neuer Geräte investiert. Zweitens verlängern Sie die Nutzungsdauer eines komplett funktionsfähigen Geräts signifikant, das ansonsten in der Schublade oder auf dem Elektroschrott landen würde. Auch dadurch müssen nicht vor der Zeit neue Ressourcen für die Produktion eines Geräts gefördert werden.

Zusammenfassend ist für Klima und Umwelt also Ihre Entscheidung für gebrauchte Elektronik alles andere als ein „Tropfen auf den heißen Stein“.

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